Religiöses

Babylon

Schriften Babyloniens

Gilgamesch's Sintflut

Menschwerdung

Seite geändert am: 28.03.2005

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Einige Gottheiten
Religiöse Praktiken
babylonisches Weltverständnis

In Babylonien (heute südl. Irak) an den Ufern des Euphrat und Tigris, entstanden zu Beginn der späten Steinzeit etwa zw. 5000 und 3000 v.u.Z. erste feste Siedlungen und die älteste bekannte Hochkultur der Welt. Die Hauptstadt des Reiches, Babylon, wurde seiner Legende nach durch den Gott Marduk gegründet, 2650 v.u.Z. neu aufgebaut, durch Nebukadnezar II (Nabu-Kudurri-usur = oh Nabu, behüte den Sohn) 605-562 v.u.Z. neu befestigt und mit mehreren Palästen, Tempeln und Portalen versehen (u.a. das Ishtar-Tor und den Turm von Babel, die Zikkurat Marduks, Entemenanki), 331 v.u.Z. von Alexander dem Großen erobert und ca. 60-50 v.u.Z. zerstört (bis ins 14. Jhd. u.Z. blieb es jedoch noch bewohnt). Zudem nahm das Reich Babylon 586 bis 538 v.u.Z. das Volk der Juden in Gewahrsam, das sich erheblicher Teile der babylonischen Mythologien zur Einarbeitung in die jüdische Religion bediente.

Babyloniens Städte sind: Erech (Uruk), Akkad, Ur, Larsa, Isin, Lagasch, Umma, Schuruppak, Kisch, Nippur, Sippar, Akschak, Eschnunna, Mari und die Hauptstadt Babylon.

Gilgamesch
Die Babylonier hatten eine ausgeprägte Literatur (im Link eine ganze Reihe Auszüge babylonischer Texte und die Gegenüberstellung ihrer biblischen Parallelen) z.B.: Die babylonische Literatur las man in der gesamten alt-orientalischen Welt, in Vorderasien, sogar bis hin nach Ägypten, was dort vereinzelt Funde babylonischer Keilschrifttafeln zeigen.

Gilgamesch und das Gilgamesch-Epos

Assurbanipal (669-627 v.u.Z.) bei der Löwenjagd - 648 v.u.Z. eroberte er Babylon und fügte die Gilgamesch-Tafeln seiner Bibliothek in Ninive hinzu
Der englische Archäologe Sir Henry Layard fand in den 50er Jahren des 19. Jahrhunderts in den Ruinen von Ninive die Bibliothek im Palast des Königs Assurbanipal (der Palast wurde 612 v.u.Z. zerstört) mit Tausenden von Keilschrifttafeln. 1872 wurden unter diesen Tafeln bei der Entzifferung durch George Smith das Gilgamesch-Epos entdeckt. Die Tafeln, auf denen das babylonische Epos festgehalten worden waren, stammen mindestens aus der Zeit um 1600 v.u.Z.

Es war einmal - in Sumer/Babylonien - ein Gilgamesch. Der Gilgamesch war der König der Stadt Uruk im 3. Jahrtausend v.u.Z. Aus ihm wurde ein Mythos und man deifizierte ihn. Er galt als der Sohn der Jungfrau Rimat-Ninßun (die Tochter des Königs Enmerkar) und des Geistes Lilith (den man damals noch als männlich betrachtete), sein Vater kann aber auch der oberste Gott An oder ein Sturmdämon gewesen sein. Gilgamesch "entstand" hier ganz wie Jesus, als Sohn einer Jungfrau und gezeugt vom großen Gott. Nur war Gilgamesch schon 3000 Jahre früher unterwegs als Jesus.
Auch bezeichnen manche Schriften den König Lugalbanda (das Lugalbanda-Epos) als Gilgamesch's Vater.
Gilgamesch ist - erschrocken über den Tod seines Freundes Enkidu - auf der Suche nach der Unsterblichkeit, scheitert aber an seiner Menschlichkeit. Er stirbt letztendlich doch und gilt als göttlicher König des Totenreiches.

Einige Gottheiten

Zu Beginn der babylonischen Kultur setzte sich die sumerische Religion im Reich durch: Naturgewalten und Dinge, wie Erde, Meer, Sonne wurden deifiziert. Die Babylonier glaubten, jedes Ding, jeder Stein habe eigenes Leben. Der babylonische Pantheon wurde in "unten" und "oben" aufgeteilt: Die Igigi-Gottheiten regierten die Oberwelt und die Himmel, die Anunaki regierten die Unterwelt und das Reich der Toten.
Bis zum 3. Jahrtausend v.u.Z. gab es in Babylon ca. 3000 Götter, von denen man Listen führte, während welcher Epoche sie verehrt wurden. Weil es dann immer noch so unüberschaubar viele waren, schloß man mehrere, ähnliche Gottheiten zusammen, um die Anzahl der Götter zu reduzieren.

Der 1. sumerischer Hauptgott war An, Gott des Himmels, Sohn des Ansarr und Vater aller Götter.
Seine Gemahlin ist Inanna. Anderen Schriften nennen die Göttin Antum als seine Gemahlin und Inanna als seine Tochter. An wurde von den Akkadern (babylonische Bevölkerung um 2371-2181 v.u.Z.) als Anu übernommen, Inanna als Ischtar. Sie galt als oberste Göttin der Liebe und des Krieges (symbolisiert durch den Planeten Venus). Ursprünglich war Ischtar eine semitische, vermutlich männliche Gottheit.

Der 2. Hauptgott ist Enlil (akkadisch: Ellil, also El-lil, das wiederum im Hebräischen die wörtliche Bedeutung ergibt: der Herr der Nacht), Gott der Luft, der Stürme (durch die regensbringenden Frühjahrswinde läßt er die Pflanzen wachsen und gedeihen) und der Erde, ein kampfwütiger Krieger, der Herr der Weisheit und großer Berater. Später wurden seine Attribute auf Babylons Stadtgott Marduk übertragen, mit dem er damit verschmolz.

die Schöpfungsgeschichte des Gottes Enki und der Göttin Ninchursang (auch: Ninhursag, Ninmach oder Mami) - Keilschrift aus den Ruinen von Nippur
Der 3. Hauptgott ist Enki, später Ea (Ea-Nudimmud, Ea-Ninschiku) genannt, der Herr der Wasser und der Meere, der Gott der Weisheit und Schöpfer der Menschen, welchen er sehr wohlgesonnen ist.

Das ist die babylonische, göttliche Dreieinigkeit, unwesentliche paar tausend Jahre älter als die christliche. Das tut der christlichen Einmaligkeit und Originalität allerdings keinesfalls etwas ab, neinnein...


Eine wesentliche Astralgottheit der Babylonier war der semitische Schammasch (auch Utu genannt), die Kraft der Sonne. Die Kraft der Sonne war verheiratet mit Aja, die man später als Manifestation der Göttin Ischtar betrachtete. Schammasch galt als allsehender Sonnengott in Babylon, Richter des Himmels und der Erde, Gott des Landes der Lebenden, wanderte des Nachts durch die Unterwelt und brachte den Toten das Licht, sein Zeichen ist die Sonnenscheibe mit einem vierzackigen Stern, aus dem Strahlen schießen.

Auch Sin oder Suen, der Mond(gott), zählte zu den obersten Astralgottheiten.

Mit Adad, der Herr des Sturmes, des Regens und Donners bezeichnete man den Wind, vergleichbar mit dem syrischen Hadad (oder Addu), dem kanaanäischen Gott des Sturmes. Seine Beinamen waren "Deichgraf des Himmels" und "Herr des Überflusses". Adad galt als Sohn des An.

Nabu (Nebo) war der Gott der Wissenschaft und der Schrift, auch hatte er einen Tempel in Ninive und in Assyrien, wo man ihm huldigte.

Die oberste Lokalgottheit in Assyrien war Assur, nach welchem das Land benannt ist.

Der westsemitische Dagan (Dagon) genoß Verehrung in Mesopotamien zur Zeit der Akkader.

die Zikkurat des Mondgottes Sin in Ur
 
Dumuzi (oder Tammuz), der Vegetationsgott, war ein jugendlicher Liebhaber der Ischtar. Nach ihm wurden im Babylonischen die Monate Juni und Juli benannt, in denen man ihn beweinte, denn da war die Trockenheit, die als Tammuz' Tod interpretiert wurde. Tammuz stieg damit zur Unterwelt. Auch die Frauen Jerusalems pflegten im Frühjahr zum Ölberg zu ziehen, um das erste Grün zu beweinen, von dem sie wußten, daß es noch während des Jahres erneut sterben mußte. In Kurdistan kennt man noch heute die Gesänge zu dieser Klage. Der Tammuzkult wurde auch im 8. Jhdt. v.u.Z. in Palästina (Sach 12,11) praktiziert.
Später wurde Tammuz mit dem phönikischen Adon (der griechische Adonis) und dem ägyptischen Osiris identifiziert.

Der Mensch Nimrod wurde zum Kriegsgott und Schutzpatron der Jagd, Ninurta, und in Babylon und Assyrien als Gottheit verehrt (1. Mose 10,8-9 Und Kusch zeugte Nimrod; der fing an, ein Gewaltiger zu sein auf der Erde. Er war ein gewaltiger Jäger vor Jehova; darum sagt man: Wie Nimrod, ein gewaltiger Jäger vor Jehova!). Ninurta besiegte in schwerem Kampf den Anzu, einen gewaltigen Vogel des Mythus, der den Göttern die Schicksalstafeln raubte.

Marduk (Amar-Utuk), Enkis ältester Sohn, wurde zu Babylons Hauptgott erwählt, sein Tempel waren Esangila und E-temen-an-ki "Bauwerk des Fundaments von Himmel und Erde", der berühmte "Turm von Babel" (eines der damaligen Weltwunder). Eine Prozessionsstraße zog sich vom Ischtar-Tor durch Babylons Innenstadt bis zu Marduks Zikkurat "e-sag-ila" (übersetzt: das Haus, das sein Haupt erhebt).
Zikkurats sind treppenförmige Pyramiden-Bauten. Man glaubte, die Götter stiegen auf ihnen vom Himmel herab (erste Bibelstelle, die Babel erwähnt: 1. Mos. 11,1-9, auf der auch sogleich Jhwh [daß ich nicht lache! ;->] herabsteigt, um die Sprache Babels zu verwirren).

Inanna, als Panther dargestellt bekämpft eine mythische Schlange, bereits im alten Babylon das Sinnbild des Bösen
 
Weitere Götter:

Ninchursanga = die Liebes- und Muttergöttin, Geliebte des Enki (wird im Tilmun als Ninsikil verehrt)
Ischkur = sumerischer Wettergott
Muschdama = Baumeistergott
Mach = einer der sumerischen Namen der Muttergöttin, die meist "Aruru" genannt wird
Nisaba = die Getreidegöttin
Sumukan = Gott der Tiere
Wer oder Wer-wer = eine Wettergott-Gestalt
Asakku-Dämon = ein Windgott, Sturm
Irkallas = Unterweltsgottheit
Ereschkigal = die Königin der Erde (Unterwelt)
Beletßeri = die Schreiberin der Erde (Unterwelt), schreibt die Tafeln, auf der die Schicksale der Toten aufgeschrieben sind
Girru = Feuergott
Mammetum = des Schicksals Erzeugerin, "die Winterliche", eine Göttin der Unterwelt
Eragal = Unterweltgott
Nin-Asu = Totengottheit
Namtar = Unterweltgott (Schicksalsbestimmer)
Aßakku = Unterweltdämon
Kiskililla = Dämonin, wohnt im Stamm des Baumes, den Ischtar gepflanzt hatte
Nergal = der König der Unterwelt, ein Sohn Enlils und Ninlils

Religiöse Praktiken und Glaubenskonzepte

3 grundlegende Fragen hatten die Babylonier:

7 Gestirne kannten die Babylonier: Sonne, Mond, Erde, Merkur, Venus, Mars und Jupiter. Die Zahl 7 hatte bei den Babyloniern einen außergewöhnlichen Status: 7 Mauern umzäunten die Unterwelt, 7 Tore führten ins Totenreich, 7 Menschenpaare erschufen die Götter im Atrachasis-Epos, 6 Tage erfreute sich der wilde Mensch Enkidu des Gilgamesch-Epos' auf seiner Tempeldirne, am 7. Tag ruhte er (!), auch 7 Tage und Nächte liebten sich Nergal und Ereschkigal, es gab eine Gruppe von 7 bösen Geistern, 7 Weise lebten vor der Sintflut (der erste, Adapa oder auch Atrahasis, der "ausnehmend Weise", überlebte in der Arche), 7 Tage braucht der Bau der babylonischen Arche, die in 7 Geschosse eingeteilt war, 7 Tage und 7 Nächte soll die Sintflut über die Erde gewütet haben, 7 und abermals 7 Räuchergefäße stellte der dankbare Utnapischtim nach seiner Errettung als Opfer vor die Götter, 7 Dämonenpaare gab Ea seinem Sohn, dem Unterweltskönig Nergal zu Hilfe gegen Namtar, 7 Tage lang ordnete Marduk die Welt, 6 Tage lang erschuf er den Menschen und am 7. Tag, dem sibiti, ruhte Marduk, u.s.w.

akkadisches Siegelbild: Götter im Drachenkampf (man beachte auch die 7 Köpfe des Drachenungeheuers / Offb 12,3 ...und siehe, ein großer, feuerroter Drache, der sieben Köpfe und zehn Hörner und auf seinen Köpfen sieben Diademe hatte...)
 
Religiös-magische Bedeutung hatten auch Kämpfe mit Drachen; sie symbolisierten den Sieg der Ordnung über das Chaos.

Die geflügelte Sonnenscheibe war das Zeichen göttlicher Fürsorge und nach einem Baum oder Frucht greifende Gestalten galten als Symbole für Fruchtbarkeit (beliebtes Motiv christlicher Kunst: Eva, lt. 1. Mos. 3,21 die Mutter aller Lebendigen, greift nach der Frucht am verbotenen Baum).

Pazuzu, ein Krankheitendämon
 
Man mußte die vielen Götter, Geister und Dämonen ständig durch Magie, Anrufungen und Beschwörungen beschwichtigen. Schwarze Magie war verboten und wurde nur von nicht offiziell zugelassenen Zauberern praktiziert.
Die Art des Anrufens verschiedener Götter verschmolz, es gab mit der Zeit nur noch eine Anrufung (mit jeweils geringfügigen Unterschieden) für Schammasch, Marduk und Sin.

Der "Exorzismus" (asipu, ein magisch-medizinisches Buch) stammt aus Babylon, man vertrieb damit böse Geister und Krankheiten (hier machte man keinen Unterschied, Krankheiten und böse Geister galten als dasselbe, sowie man sich auch bei den Juden später Krankheiten und Sünde als zusammengehörig vorstellte). Ritualtexte dafür standen im "surpu" (bedeutet "Feuersbrunst") und "maqlu", Bücher aller Sünden, die Menschen begangen haben. Die symbolischen Ersatzhandlungen hießen "kuppuru", hebräisch "kapparah". Reinigungen von Sünden (masmasu) geschahen durch den Priester (baru). Die Reinigungen geschahen durch Wasser: ramku (Taufe?).

Man wahrsagte durch Befragung von Orakeln (sa'ilu, hebräisch: s'l), nach der Astrologie und nach Eingeweidebeschau der Opfertiere.

Für viele Götter gab es Standbilder. Diese waren die Götter selber, nicht nur Symbole für sie. Man opferte ihnen Speisen und Getränke und Öl. Die Opfer wurden an die Priester verteilt.

Die Dämonin Lammaschtu
 
Früher waren die Familienoberhäupter jeweils Priester, später hatten nur noch wenige Familien das Recht zur Priesterschaft (Parallele: ...nur die Kinder Levi). Der König war der oberste Priester. Die oberste Priesterin des Sin (entu) war eine Prinzessin. Der Hauptpriester (mahhu) hatte mehrere Priester (sangu) unter sich, die Hierarchien waren streng geordnet, es gab bindende Rechte und Pflichten, ebenso unter dem einfachen Volk.

Die babylonischen Priester besaßen ein hohes Wissen und präzise Berechnungen über die Astrologie und Atronomie, wonach sie Wahrsagungen zu machen pflegten. Die Bezeichnung dieser sterndeutenden und wahrsagenden Priester, Astrologen und Astronomen war "chaldäische Männer, Chaldäer" (Dan. 3,8).

Da der König auch nur auf die Götter angewiesen war, nahm man an, daß alle Menschen auf gleicher Stufe standen.

Babylonisches Weltverständnis

Das babylonische Weltbild bestand aus der 1. Erde (Land) der Oberwelt im irdischen Ozean, unter dessen Grund sich noch 2 Schichten von unteren Erden bzw. Unterwelten ausstreckten, wobei sich in der 3. Erde hinter 7 Mauern der Palast des Totenreiches befand. Das Totenreich war zu erreichen über 2 Treppen-Tore am östlichen und westlichen Horizont, die auch die Sonne (Schammasch) täglich beim Auf- und Untergehen benutzte. Kein Weg führte vom Totenreich zurück. Die Unterwelt war über einen Fluß zu erreichen, der manchmal mit den Namen realer Flüsse jenseits Sumers Grenzen benannt wurde.
Über der 1. Erde, der irdischen, spannten sich 3 Himmelswölbungen, im Westen 2 Berge des Sonnenuntergangs, im Osten 2 Berge des Sonnenaufgangs.

Nach dem babylonischen Weltschöpfungsepos "enuma elis" waren am Anfang die Wasser noch im Chaos, d.h. Apsu (akkadisch, sumerisch: Abzu), das Süßwasser (bzw. der Gott des Süßwassers, die Deifikation des Süßwassers) und Tiamat, die Göttin des Salzwassers (dto.) waren noch ungetrennt.
Dann wurde die Welt getrennt in das Oben und das Unten. Inmitten des Wassers (Ozean) war die obere Erde (Kontinent, Land). Der babylonische Hauptgott Anu, der 1. Sohn des Ansarr, wurde Herr der Erde, dessen Sohn Enki (Ea) übernahm den irdischen Ozean, nachdem er dessen Vorbeherrscher Apsu getötet hatte.
Tiamat erschuf daraufhin 11 Riesenschlangen und Meerungeheuer, um damit an Ea Rache für Apsus Tod zu üben. Die jüngeren Götter beriefen auf einer Versammlung den Sohn des Ea, den Marduk, zum Verteidiger und Rächer gegen die Große Alte Tiamat (Kämpfe tapferer Götter gegen Drachenungeheuer waren beliebte Motive bei den Babyloniern). Sollte Marduk siegen, so soll er das Königtum der Götter gewinnen.

"Da breitete Marduk sein Netz aus und umschließt Tiamat .... als Tiamat den Rachen aufsperrte, ließ er hinein den bösen Sturm, so daß sie die Lippen nicht wieder zu schließen vermochte. Die grimmigen Winde füllten den Bauch, ihr Herz wurde gelähmt, weit auf sperrte sie den Rachen. Da schoß er ab seinen Pfeil, riß auf ihren Leib, zerriß ihr Inneres, zerschnitt ihr Herz. Er spaltet sie wie eine Muschel in zwei Teile, die eine Hälfte von ihr stellte er auf und machte sie zur Decke des Himmels. Er zog einen Riegel vor, ließ eine Wache Platz nehmen und gab ihr die Weisung, ihre Wasser nicht durchzulassen".

Ishtar-Tor an der Prozessionsstraße in Babylon
 
Der 5. Teil des enuma elis ist unvollständig erhalten:
"...am 7. Tag des Monats soll der Mond die Krone zur Hälfte bringen, am sabattu-Tag aber der Sonne entgegentreten".
Die Ähnlichkeit mit dem Sabbat ist unübersehbar.

Die Erschaffung der Menschheit (nicht nur eines einzelnen Menschen) beratschlagen die Götter mit den kleineren Göttern der Oberwelt, den Anunna (1. Mos. 1,26 Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen...). Das sumerische Wort für "Menschengewimmel" ist á-dam.

siehe auch:
Die Erschaffung des Menschen

Marduk entschließt sich:
"Blut will ich binden, und Bein will ich entstehen lassen; aufstellen will ich Lulla, Mensch sei sein Name ... es soll ihm auferlegt werden die Bedienung der Götter; diese sollen ihre Versorgung finden. Einer (unter den Göttern) soll hingegeben werden, ihr Brüder! Er soll vernichtet werden und es sollen gebildet werden die Menschheit"
Von den Göttern wurde Kingu auserwählt, weil er die Leitung Tiamats Kampf gegen Marduk übernommen hatte...
"...überwältigten sie ihn, schnitten ihm auf das Blut. Mit seinem Blut schufen sie die Menschheit"

Später war es dann der Gott Bel, dessen Blut mit der Erde vermischt worden war, um die Menschheit zu erschaffen.

Die Menschheit wurde geschaffen, weil die Götter es satt hatten, sich selbst zu versorgen und sich mit den Menschen Diener erschufen. Diese wurden ins fruchtbare Zweistromland gesetzt, welches sie zu bebauen hatten. Der Ertrag war in die Tempel der großen Götter ins erhabene Heiligtum zu bringen und war für die Götter bestimmt. Hier ist die Vorlage zu finden für die biblische Geschichte des Gartens Eden und des Menschenpaares, das in den Garten Gottes gesetzt wurde, um ihn zu bebauen...

Die babylonische Kultur und Religion gilt als die Wiege und Vorlage des hebräischen Jhwh-Kultes.



Erstveröffentlichung: 30.03.2000

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