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Seite geändert am: 21.01.2006

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Die Seite www.wissen.de wirft unter dem Stichwort "Dämon" folgendes aus:

[griechisch]

démonas - das [übernatürliche] Wesen, über- oder unterirdische Macht, deren Wesen nicht so klar greifbar ist wie das der Götter, die auch meist ohne Namen ist, neben den Göttern als unüberschaubarer Zufall auftaucht und den Menschen gut oder böse gesinnt ist. Jede Erscheinung, die weder natürlich noch göttlich erklärt werden kann, kann dämonisch erscheinen. Der griechische Begriff demónio bedeutet "das Genie, der Geist". Im Volksglauben aller Zeiten und Kulturen spielen Dämonen eine bedeutende Rolle. In der deutschen Sage zählen zu den Dämonen der Wilde Jäger, Rübezahl oder der Bergmönch; in der orientalischen Sage die Djinns. - Die katholische Kirche wehrt Dämonen durch den Exorzismus ab (Dämonologie). Daimonion.

Das griechische Wort "daimon" bedeutet "Geist der Abgeschiedenen" und stammt seinerseits vom Begriff "daiesthai", der teilen oder zuteilen bedeutet. Der Stammbegriff von "diabolo", nämlich "diabellein" bedeutet vieles, u.a.: hinüberbringen, übersetzen, entzweien, verhasst machen, verfeinden, verwerfen, verleumden, verklagen, beschimpfen, täuschen, betrügen, irreführen. Ein Dämon galt damit bei den Griechen als ein Zuteiler des Schicksals, des bösen sowie des guten Schicksals. Auch verstand man den Dämon in seiner Funktion als Schicksalsbringer als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen. Zwischen dem Mond und dem Erdboden befindet sich der Raum, in dem sich die "daimones" aufhielten. Um auf der Erde bestehen zu können, schrieb man den Dämonen die Fähigkeit zu, einen Körper anzunehmen.

Auch verstanden die Griechen unter einem "daimon" einen Gott ohne Namen. Oft wurden damit Kräfte beschrieben, denen man keine bestimmte Götter-Persönlichkeit zuordnen wollte. Im Gegensatz zu den Göttern sollten "daimones" zu Schmerz aber auch Lust fähig sein.

Unter "Dämonen" werden gemeinhin verstanden:

Dämonen werden gern als in Horden auftauchende Wesen gedacht. Ihre Zusammenarbeit ist oft derartig aufeinander abgestimmt, dass man den einzelnen Dämon nicht mehr als Individuum verstehen kann.

Siehe auch:
Dämonenliste

Auch vor den Griechen gab es jedoch schon Dämonen in heutigem Verständnis, nämlich destruktive mythologische Wesen.

Bei den alten Ägyptern gab es wohl im Pantheon einige überirdische Figuren, die wir mit heutigem Verständnis als Dämonen begreifen würden (z.B. Seth). Dem Ägypter war die Einteilung in Götter und Dämonen allerdings fremd, in der altägyptischen Sprache gibt es für "Dämon" kein Wort. Die zwielichten Gottheiten bevölkerten nach altägyptischem Glauben die Unterwelt oder die Erde, dort bevorzugt Randgebiete der menschlichen Zivilisation, z.B. Gräber, Wüsten, Ödeneien.

Die Väter des Dämonenglaubens sind wohl die alten Babylonier und Sumerer. Bei ihnen gab es unüberschaubar viele Dämonen, die alle möglichen Ungeschicke brachten, meist Krankheit oder Tod. Die bekanntesten alt-sumerischen Dämonen dürften Pazuzu und Lammaschtu darstellen. Leichenplätze galten als ihre Wohnstätte. Man wollte solchen Orten nicht zu nahe kommen, um von den sich dort befindlichen Dämonen nicht besessen zu werden, also sich nicht mit entsprechenden Krankheiten zu infizieren. Krankheiten galten als eine Besessenheit durch einen Krankheiten-Dämon.

Mit dieser Begrifflichkeit des ansonsten ungreifbaren Übels "Krankheit" konnten die Menschen nun agieren. Sie erfanden Rituale und Exorzismen, die auch oft tatsächlich halfen, da die Zutaten medizinische Wirkung hatten. Über die Begrifflichkeit "Dämon" konnte man also ein Übel artikulieren, es greifen und damit handeln, z.B. es bekämpfen oder es einem Feind schicken.

Die Ausübung von Schwarzmagie, also die Beschwörung von Dämonen zum Schaden eines anderen, war im alten Babylon bei Todesstrafe verboten.

Im Judentum galten Krankheiten als eine Strafe Gottes. Dennoch fungiert der Dämon als der Überbringer und Verursacher der Krankheiten, z.B. Satan bei Hiob oder Asmodeus, der einer Frau nacheinander alle 7 Männer tötet.

Asmodeus, die lateinische Form von Aeshma Daeva war einer der Daevas unter der Führung Ahrimans. Die Daevas galten im persischen Raum als dem Menschen freundlich gesinnte Gottheiten, bei den Juden dann als menschenfeindliche Dämonen. Das liegt auch daran:

Eines Volkes Götter sind meist des feindlichen Volkes Dämonen.

Aus dem altiranischen Wort für Dämon, nämlich Drug, Druck oder Druj stammt der Begriff "Betrug". Der Dämon wurde in diesem Sinne als einer verstanden, der die Menschen betrog.

Im sumerischen Raum verstand man die Naturgewalten als Dämonen. Sie bedrohen das Leben der Menschen. Auch jede Art von Krankheiten wurden als Dämonen interpretiert. Gegen sie fand man bald das Feuer als hilfreiches Mittel (Desinfektion). So gab es zwei verschiedene Beschwörungsrituale, einmal die Beschwörung Surpu (Brand) und zum anderen Maqlu (Verbrennung).

In manchen Mythologien werden die Dämonen auch als die Seelen toter Menschen verstanden. Besonders wenn ein Verstorbener nicht nach den üblichen, religiösen Gebräuchen bestattet wurde, fürchtete man ihn als Wiedergänger oder Dämon verwandelt.

Im fernöstlichen und chinesischen Raum stellte man sich Dämonen als ruhelose, umherirrende Geister von bösen Toten vor, die durch die Träume der Menschen geistern, als Spuk erscheinen oder Krankheiten hervorrufen. In Bergen, Wäldern und besonders Grabstätten halten sie sich besonders gern auf. Die chinesischen Dämonen gelten als ängstlich und dumm. Mit Lärm glaubte man sie zu vertreiben.

Im Islam wird unterschieden zwischen Satanen und Dschinns. Letztere gelten sogar als gut, sofern sie sich für Allah entscheiden.

Die Besessenheit durch Dämonen taucht im Neuen Testament dann mehr bei geistigen/seelischen als bei körperlichen Krankheitssymptomen auf. Im neuen Testament wird der Dämon als der unreiner Geist verstanden. Mit dem Christentum prägte diese Interpretation unser Dämonenverständnis.

Siehe auch: Dämonen im christlichen Weltbild
Seit Jesus aus dem verrückten Gerasener die "Dämonen" ausgetrieben haben will werden bis in die heutige Zeit (manche) Neurosen, Psychosen, Epilepsieanfälle, Schizophrenie, Raserei bis hin zu abartigen Verhaltensmustern (z.B. Amoklauf) als Besessenheit durch Dämonen interpretiert. Dementsprechende Exorzismen werden seitdem betrieben, auch wenn sie sich heute größtenteils nur noch auf das mehr oder minder unspektakuläre "für den Besessenen beten" beschränken.

Die Christen schrieben den Dämonen einen Körper zu und meinten auch, dass sie sich deswegen von etwas ernähren mussten. Im Detail bestand ihre Nahrung aus dem Rauch heidnischer Opfer.

Die Spukdämonen finden sich in folgende Kategorieren unterteilt: Gespenster, Naturdämonen (Haus-, Erd-, Luft-, Einöd-, Berg-, Wassergeister, Feld- und Walddämonen), Krankheits- und Wahnsinnsdämonen, Vegetationsdämonen, Schutzdämonen (von Orten, Ständen und Berufen) und Himmelsdämonen (Wind-, Wetter-, Wolken-, Gewitterdämonen).

Rebel Angel meint:

Ein Dämon ist meiner Meinung und Erfahrung nach ein Elemental, also ein Gedankenkonstrukt, das sich verselbstständigt und ein eigenes Leben erhält.

Jeder Gedanke, der obzessiver Natur ist, schafft ein Elemental, die meisten davon sind ein blasses Echo, das bald ausklingt und verschwindet. Ein Dämon ist jedoch eine verdrängte Leidenschaft, eine Urangst, ein persönlicher Widersacher, der konstant durch Sorgen, Ängste und Glauben gefüttert wird. Wird dieser Dämon nun gerufen, ist er stark genug eine Form zu haben und eigenständig zu handeln.

Man kann vor diesen Wesen flüchten, sie verleugnen oder sie meiden und verdrängen... oder man stellt sich ihnen und zieht sogar Nutzen daraus.

(Rebel Angel gibt an, folgendes Erlebnis gehabt zu haben:)
Ich war für 4 Stunden besessen von einer äußerst unfreundlichen Wesenheit, nur durch die spontane Hilfe eines Freundes ist kein größerer Schaden entstanden außer blaue Flecke und Verwirrung.
Außerdem trieben sich diverse Viecher außerhalb meines Körpers in der Wohnung rum, eine sehr freundliche Kraft und ein beängstigendes, aber harmloses "Ding".
Gesehen habe ich sie noch nicht, aber gehört habe ich sie und wurde angefasst.


Die Seite www.daemonen.de beschäftigt sich mit den eher visuellen Dämonen der Fantasie, die in Literatur und Film anzutreffen sind. Alle Facetten des Unbehagens, Ängste und unschönen Gefühle werden hier in monsterartigen Figuren verkörpert, die natürlich entsprechend bestialisch handeln und stets nur Mord und Totschlag im Sinn haben.

Der Dämon wird hier zur Darstellung unserer Ängste, was immer das auch ist. Er erfüllt damit denselben Zweck wie zu den Zeiten Babylons: Er macht etwas Unbekanntes greifbar und wird in seiner Artikulation eines aus dem Bewusstsein verdrängten (Angst)Gefühls ein Ansatzpunkt zur Therapie. Das kleine Kind kriecht aus Angst vor Dämonen ins Bett der Eltern, die es vor dem Ungeheuer schützen sollen. Dabei ist der Dämon nur ein unbewusster Ausdruck der Einsamkeit, die damit aber ebenfalls erschlagen ist.

Vielleicht sollten wir uns etwas mehr um unsere Dämonen kümmern?
Lasst sie uns nutzen!



Erstveröffentlichung: 23.02.2003

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